Donnerstag, 16. April 2009

Liebesabenteuer

Liebe FanatikerInnen,
Jetzt ist es wirklich schon lange her, dass die Woche vergangen ist, in der ich meinen nächsten Post angekündigt habe. Das kann ich erklären. Am Samstag eben dieser Woche hatten Basti, Antonia und ich vor, eine „Einheitsfeier“ in der Pousada zu veranstalten, um feierlich unserer Liebe zu unseren italienischen Mitbewohnerinnen Ausdruck zu geben. Das ist und war kein Scherz. Nun gab es bei der Koordination ein paar Missverständnisse: Antonia dachte, ich trüge die Verantwortung, weil der Anlass meine Idee war, ich dachte, Antonia würde alles koordinieren, weil Basti und ich nicht wissen, wie man auf brasilianisch grillt(nebenbei: Antonia auch nicht), es gibt nämlich eine ganz bestimmte Form, das churrasco, das Barbeque, vorzubereiten, und Basti wusste, dass sich niemand verantwortlich fühlte, sah es aber nicht als notwendig an, das auch zur Sprache zur bringen. Das Resultat war, dass die Zeit, die ich zum Postschreiben reserviert hatte, zur Vorbereitung des churrascos genutzt wurde.
Am Sonntag schlieβlich hatten wir Gäste aus Espìrito Santo, 9 Stunden mit dem Bus entfernt, nämlich Becki und Caro, die auch mit uns auf Boipeba waren, und sind mit ihnen nach Rio gefahren und erst spät heimgekommen. Und dann musste ich auch schon meine Koffer packen, weil ich am Montag abgefahren bin, zuerst, um mir einen Tag land das Casa do Menor in Recife anzuschauen, um dann von dort direkt ins vor etwa einem halben Jahr gegründeten Casa do Menor in Santana do Ipanema zu fahren. Dort mache ich ein kleines Projekt zusammen mit der Italienerin Veronica, wir kreieren hier aus einer Rumpelkammer die neue Kapelle. Auβerdem kann ich ein biβchen als almãozinho auf den Bau gehen. Hier wird nämlich zur Zeit ein Kulturzenturm wie in Miguel Couto gebaut und da helfe ich auch ein bisschen mit. Das ganze ist nur zeitweise gedacht, um Erfahrungen zu sammeln und endlich mal richtig zu helfen, ich bin hier der einzige Mann im Haus.
Und da habe ich mich auch schon direkt eingelebt und erfreue mich der neuen Stille, die es in Miguel Couto zu keiner Tageszeit gab. Ich freue mich, dass hier die Imperativform ,im Gegensatz zu Rio de Janeiro, korrekt benutzt wird und kann endlich meine Zauberkünste sinnvoll einsetzen, indem ich sie als Austausch für Fleisch- und Gemüsespenden zeige.
Mir geht es zur Zeit super, nur kann man leider in einer Stadt, die etwas grösser ist als Neu-Isenburg, nur total abgeschnitten vom Rest der Welt, einer Stadt mit einem pro-Kopf-Einkommen von knapp 900 Euro(zum Vergleich: Deutschland hat ein Por-Kopf-Einkommen von etwa 27.000 Euro) kein fliessend Internet erwarten. Die Blogs werden also vorerst seltener, kommen aber noch von Herzen.
Ich grüβe euch ganz herzlich und hoffe, bald auch Bilder präsentieren zu können.
Tut nichts, was ich nicht auch täte,
Carl