Liebe Zauberlehrlinge und Erlkönige,
Man stelle sich vor, Alice wäre nun 4 Monate und 25 Tage im Wunderland, und müsste dann einen neuen Post für ihren Wunderlandblog schreiben. Alice weiß ganz genau, dass sie noch nicht fertig damit ist, ihre neue Heimat zu erforschen, sie ist sich im Klaren darüber, dass sie das Wunderland noch gar nicht kennt, aber weil der Effekt der Superlative langsam nachlässt - die neuen Erlebnisse und Erfahrung schaffen es nicht mehr, die alten zu übertreffen - läuft sie nur noch unbeeindruckt durch das Wunderland und entzaubert Wunderland durch ihre Unaufmerksamkeit.
Das ist eine Beleidigung, wenn nicht sogar ein Verbrechen gegen die Vorsehung, die sie, Alice, nun mal dazu ausersehen hat, eines der wirklich letzten Geheimnisse der Menschheit zu entdecken. Alice stumpft ab und gefällt sich darin und lässt deswegen den Wunderlandblog vor sich hin vegetieren.
Alice hat dafür zugegebenermaßen auch Gründe; Wunderland ist schwer zu beschreiben, ihre unvollkommene Fähigkeit, sich zu artikulieren, nimmt dem Leser die Möglichkeit, Wunderland in seiner Fülle zu verstehen. Und andere Entschuldigungen finden sich sowieso immer. Trotzdem merkt auch sie selbst, dass der eigentliche Grund in ihr selbst liegt, es ist ein verborgener Mann, der sie ständig auf ihren Bauchnabel schauen lässt. So sieht sie nur eben diesen Bauchnabel und ihren Bauch und ein Post über ihren Bauchnabel interessiert ja nun wirklich nicht.
Ein Neuanfang muss also her. Der Mann muss verurteilt und hingerichtet, oder wenigstens eingesperrt werden, und Carl muss wieder staunend den Mund aufmachen. Und weil bei einem inneren Neuanfang ein äußerer Neuanfang hilft, hat Carl sich jetzt versetzen lassen.
Carls neuer Arbeitsplatz heißt Tinguà und liegt sehr weit außerhalb. Casa do Menor in Tinguà besteht aus einem Haus für behinderte Kinder, Casa Jesus Menino, und zwei Häusern für die Jugendlichen, die neu sind und direkt von der Straße kommen. Diese Häuser heißen Casa André und Casa João Paolo.
Der Grund, warum die Neulinge zuerst in die Pampa geschickt werden, ist, dass sie, wenn sie von der Straße kommen, meistens noch Drogenprobleme haben und innerlich noch nicht bereit sind, Probleme anders als mit Gewalt zu lösen. Sie leben in Tinguà ein intensives Gebetsleben und haben weder die Möglichkeit, leicht an Drogen zu kommen, noch die Ablenkung, die sie in der Kleinstadt Miguel Couto hätten.
Alles in allem bedeutet das also, dass Carl eine intensivere Zeit bevorsteht, eine Zeit, die es ihm die Chance gibt, Augen und Mund aufzureißen und nie mehr zu schließen, die es ihm ermöglicht, unaussprechliche Geheimnisse und unfassbare Mysterien in sich auf zu nehmen, wenn er es nur will. Wenn er es nur will. Wenn er es nur kann. Wenn er es nur zulässt.
Man stelle sich vor, Alice wäre nun 4 Monate und 25 Tage im Wunderland, und müsste dann einen neuen Post für ihren Wunderlandblog schreiben. Alice weiß ganz genau, dass sie noch nicht fertig damit ist, ihre neue Heimat zu erforschen, sie ist sich im Klaren darüber, dass sie das Wunderland noch gar nicht kennt, aber weil der Effekt der Superlative langsam nachlässt - die neuen Erlebnisse und Erfahrung schaffen es nicht mehr, die alten zu übertreffen - läuft sie nur noch unbeeindruckt durch das Wunderland und entzaubert Wunderland durch ihre Unaufmerksamkeit.
Das ist eine Beleidigung, wenn nicht sogar ein Verbrechen gegen die Vorsehung, die sie, Alice, nun mal dazu ausersehen hat, eines der wirklich letzten Geheimnisse der Menschheit zu entdecken. Alice stumpft ab und gefällt sich darin und lässt deswegen den Wunderlandblog vor sich hin vegetieren.
Alice hat dafür zugegebenermaßen auch Gründe; Wunderland ist schwer zu beschreiben, ihre unvollkommene Fähigkeit, sich zu artikulieren, nimmt dem Leser die Möglichkeit, Wunderland in seiner Fülle zu verstehen. Und andere Entschuldigungen finden sich sowieso immer. Trotzdem merkt auch sie selbst, dass der eigentliche Grund in ihr selbst liegt, es ist ein verborgener Mann, der sie ständig auf ihren Bauchnabel schauen lässt. So sieht sie nur eben diesen Bauchnabel und ihren Bauch und ein Post über ihren Bauchnabel interessiert ja nun wirklich nicht.
Ein Neuanfang muss also her. Der Mann muss verurteilt und hingerichtet, oder wenigstens eingesperrt werden, und Carl muss wieder staunend den Mund aufmachen. Und weil bei einem inneren Neuanfang ein äußerer Neuanfang hilft, hat Carl sich jetzt versetzen lassen.
Carls neuer Arbeitsplatz heißt Tinguà und liegt sehr weit außerhalb. Casa do Menor in Tinguà besteht aus einem Haus für behinderte Kinder, Casa Jesus Menino, und zwei Häusern für die Jugendlichen, die neu sind und direkt von der Straße kommen. Diese Häuser heißen Casa André und Casa João Paolo.
Der Grund, warum die Neulinge zuerst in die Pampa geschickt werden, ist, dass sie, wenn sie von der Straße kommen, meistens noch Drogenprobleme haben und innerlich noch nicht bereit sind, Probleme anders als mit Gewalt zu lösen. Sie leben in Tinguà ein intensives Gebetsleben und haben weder die Möglichkeit, leicht an Drogen zu kommen, noch die Ablenkung, die sie in der Kleinstadt Miguel Couto hätten.
Alles in allem bedeutet das also, dass Carl eine intensivere Zeit bevorsteht, eine Zeit, die es ihm die Chance gibt, Augen und Mund aufzureißen und nie mehr zu schließen, die es ihm ermöglicht, unaussprechliche Geheimnisse und unfassbare Mysterien in sich auf zu nehmen, wenn er es nur will. Wenn er es nur will. Wenn er es nur kann. Wenn er es nur zulässt.
Liebe Leser,
ich entschuldige mich für meine im Dezember eingetretene Faulheit und Unregelmäßigkeit und versuche ab jetzt wieder mit Regelmäßigkeit so zu schreiben, als wäre ich gestern angekommen.
Ich möchte auch darauf aufmerksam machen, dass die Arbeit am Videoblog wieder aufgenommen wurde und auf Youtube fortgesetzt wird.
Aus Brasilien grüßt euch aufs herzlichste
Der Carl
Tut nichts, was ich nicht auch täte!
Hier sind ein paar Eindrücke aus Tinguà, weitere Bilder folgen!